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Norwegen oder Königreich Norwegen (bokmål: Kongeriket Norge, nynorsk: Kongeriket Noreg, altnordisch: *Norðvegr, Norvegr, Noregr „Nordweg“) ist ein Staat in Nordeuropa.

Norwegen liegt auf der Skandinavischen Halbinsel und grenzt im Osten an Schweden und im Nordosten an Finnland und Russland. Die Wirtschaftszone Norwegens grenzt in der Nordsee im Süden an Dänemark und im Westen an das Vereinigte Königreich (Schottland).

Norwegens Staatsform entspricht der einer konstitutionellen Monarchie mit stark parlamentarischen Zügen. Das Königreich ist als dezentraler Einheitsstaat organisiert. Das Land ist unter anderem Mitglied der NATO, des Nordischen Rates, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und der Vereinten Nationen. Es ist kein Mitglied der Europäischen Union (EU), aber Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR).

Der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) der Vereinten Nationen stuft Norwegen seit vielen Jahren als das weltweit am höchsten entwickelte Land ein. Darüber hinaus ist es laut dem Demokratieindex der britischen Zeitschrift The Economist der demokratischste Staat der Welt. Norwegen ist ein sehr wohlhabendes Land, sein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf war 2016 das dritthöchste der Welt. Das Land verfügt zudem über eines der großzügigsten und besten Sozialsysteme der Welt.

Norwegen ist eines der flächengrößten Länder Europas, aber 2018 mit nur 5,3 Millionen Einwohnern dünn besiedelt. Ein Großteil der Bevölkerung konzentriert sich auf den Süden des Landes mit dem Ballungsraum der Hauptstadt Oslo. Weitere norwegische Großstädte sind Bergen, Trondheim und Stavanger.

Geografie

Die Längenausdehnung des Landes beträgt in Luftlinie von Kristiansand im Süden nach Hammerfest in der Nähe des Nordkaps 1.572 km. Die Grenze zu Schweden ist 1.619 km lang, die zu Finnland 727 km und die zu Russland 196 km.

Geologie

Landschaftlich ist Norwegen geprägt durch das Skandinavische Gebirge mit Gebirgsmassiven und kargen Hochebenen, den Fjells. 26 Gipfel liegen über 2300 Meter. Die höchste Erhebung des Festlandes ist der Galdhøpiggen mit 2469 Meter. Er liegt im Gebirgszug Jotunheimen.

Der Untergrund Norwegens besteht größtenteils aus alten, harten Gesteinen aus Silur, Kambrium und Eozoikum, deren Faltung besonders lange zurückliegt (Kaledonische Orogenese). Die Oberflächenmodellierung geschah vor allem durch die Vergletscherung in den Kaltzeiten.

Der Boden Norwegens unterliegt der Postglazialen Landhebung als Folge des Abschmelzens der letzten Eiszeitgletscher. Ein sichtbares Zeichen dieses Vorgangs ist der Berg Torghatten mit seinem markanten horizontalen Loch in der Mitte, das ein Ergebnis von Erosion durch Auswaschungen mit Meerwasser ist.

Die bekanntesten eiszeitlich entstandenen Landschaftsformen sind die Fjorde (siehe Liste mit Karte) an der Küste. Auf gleiche Weise sind die meisten Binnenseen (siehe Liste) entstanden, sind also Fjordseen. Manche tragen „-fjord“ im Namen. Größter Binnensee ist der Mjøsa mit einer Fläche von 365 km² (etwa zwei Drittel des Bodensees). Wie der Oslofjord ist er nicht rein glazialen Ursprungs, sondern Teil eines Grabenbruchs.

Die jüngere Erosion durch Fließgewässer ist vergleichsweise gering. Daher gibt es viele Stromschnellen und hohe Wasserfälle, und die fischreichen Flüsse fließen durch zahlreiche natürliche Seen.

In den unteren Höhenlagen gibt es verschiedene Formen von Moränenhügeln, unter anderem die durch Schmelzwasser angeschütteten Åser.

Flüsse

Der längste und breiteste Fluss des Landes, die Glomma, ist 601 km lang und mündet bei Fredrikstad in den Oslofjord. Ein kleiner Teil seiner Zuflüsse kommt aus Schweden.

Das größte nach Schweden entwässerte Gebiet Norwegens ist der Einzugsbereich des Trysilelva, der in Schweden Klarälv heißt. Nördlich davon folgt die Landesgrenze nicht genau der skandinavischen Hauptwasserscheide, so dass kleinere Gebiete Norwegens in die Ostsee entwässert werden und kleinere Gebiete Schwedens ins Europäische Nordmeer.

Wegen der Gliederung der Flussläufe durch Seen tragen viele Flüsse in ihrem Verlauf mehrere Namen.

Flüsse mit über 5.000 km² Einzugsgebiet in Norwegen
Name Einzugsgebiet
in Norwegen
gesamtes
Flusssystem
hydrologische
Gesamtlänge
Abflussweg mittlerer
Abfluss
Glomma41.502 km² 41.917 km² 601 km Glomma → Aursunden → Glomma → Skagerrak 698 m³/s
Drammenselva,
Flusssystem:
Drammensvassdraget
17.110 km² 301 km … → Vangsmjøsi → Slidrefjord → Strondafjord
→ Aurdalsfjord → Sperillen → Ådalselva
→ Randselva → Storelva (zus. 213 km)
→ Tyrifjord → Drammenselva → Oslofjord
314 m³/s
Tanaelva 9.738 km²14.891 km² 318 km Barentssee 197 m³/s
Altaelv 8.693 km² 240 kmEuropäisches Nordmeer 101 m³/s
Trysilelva → Götaälv7.758 km² 50.229 km² 753 km Rogen → See Femund → Trysilelva → Klarälv
→ See Vänern → Götaälv → Kattegat
575 m³/s
Namsen6.298 km² 228 km Namsenfjord → Europäisches Nordmeer 155 m³/s
Numedalslågen 5.554 km² 352 km Skagerrak 111 m³/s

Küste

Die etwa 25.000 km lange Atlantikküste (mit den Küsten aller Inseln über 80.000 km) besteht aus vielen schmalen und tiefen Buchten, den Fjorden, mit denen das salzige Meer vielerorts weit ins Land reicht. Ohne sie wäre die Atlantikgrenze 2650 km lang. Der Norwegische Kontinentalschelf wird besonders von der Erdöl- und Erdgasindustrie genutzt.

Ungefähr 150.000 Inseln umgeben das Land. Die oft fjordartig engen Meeresarme zwischen Festland und Inseln sowie zwischen Inseln untereinander tragen großenteils „Sund“ im Namen, manche auch „Fjord“. Die wohl bekanntesten Inselgruppen sind Lofoten und Vesterålen, beide nördlich des Polarkreises gelegen. Beiden Gruppen zugerechnet wird Hinnøya, mit einer Fläche von 2204 km² Norwegens größte Insel in Küstennähe.

Wie für ein bergiges Land nicht anders zu erwarten, sind große Teile der Küsten felsig. Nur an geschützten Stellen gibt es etwas Sandstrand. In einigen Küstenabschnitten gibt es außer hoch aus dem Wasser ragenden Inseln felsige Schären, die sich kaum über die Wellen erheben.

Das Verhalten der Gezeiten unterscheidet sich deutlich von dem an den südlichen und westlichen Küsten der Nordsee. Die Südwestküste Norwegens liegt in der Nähe eines Amphidromiezentrums. Hier ist der Tidenhub gering und die Reihenfolge des Tideneintritts an verschiedenen Orten schwankend. Östlich davon, am Skagerrak, ist die Bewegung der Tidenwellen gleichmäßiger, aber der Tidenhub ebenfalls gering. Nördlich von Bergen ist der Tidenhub größer und es gibt eine eindeutige Bewegungsrichtung von Westnorwegen in Richtung Barentssee. Da das Europäische Nordmeer im Unterschied zur flachen Nordsee die Tidenkinetik eines Ozeans hat, wandert die Tidenwelle sehr schnell. Der Zeitunterschied zwischen den Pegeln im Verhältnis zu ihrem Abstand bis zum Nordkap ist deutlich geringer als beispielsweise an deutschen Küsten.

Ferne Inseln

Zum Königreich Norwegen gehören neben dem kontinentalen „Hauptland“ (hovedland) die im Nordatlantik beziehungsweise im Nordpolarmeer gelegene Inselgruppe Spitzbergen (norw. Svalbard) mit der Bäreninsel sowie die Insel Jan Mayen. Während der Norwegischen Nordmeerexpedition im 19. Jahrhundert wurden diese Gegenden erstmals erforscht.

Unter norwegischer Verwaltung steht zudem die Bouvetinsel im Südatlantik. Sie gilt nicht als Teil des Königreichs Norwegen, sondern als abhängiges Gebiet (norwegisch: biland).

Zwei Gebiete südlich des 60. Breitengrades werden von Norwegen jeweils als biland beansprucht. Sie sind international nicht als norwegisches Hoheitsgebiet anerkannt. Es sind die Peter-I.-Insel im Südpolarmeer und das Königin-Maud-Land in der Antarktis, ein Sektor des Antarktischen Kontinents zwischen 20° West und 45° Ost. Dort wird die Forschungsstation Troll des Norwegischen Polarinstituts betrieben.

Städte und Ballungsräume

Neben Oslo ( Einwohner) hat Norwegen vier weitere Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern; es sind Bergen (), Trondheim (), Stavanger () und Bærum ().

Große Ballungsräume sind die beiden Städte Fredrikstad () und Sarpsborg () mit gemeinsam über 132.000 Einwohnern sowie Drammen () mit Teilen der Gemeinden Lier, Nedre Eiker und Øvre Eiker mit über 100.000 Einwohnern.

KommuneProvinzEinwohner
1. Januar 2000
Einwohner
1. Januar 2013
Einwohner
OsloOslo507.467623.359
BergenHordaland229.496267.883
TrondheimTrøndelag148.869179.667
StavangerRogaland108.818129.175
BærumAkershus101.494116.938
KristiansandVest-Agder72.39584.387
FredrikstadØstfold67.76176.839
SandnesRogaland52.99870.070
TromsøTroms59.14570.357
DrammenBuskerud54.81665.602
SandefjordVestfold39.31744.623
AskerAkershus49.28457.397
SarpsborgØstfold47.44753.773
KommuneProvinzEinwohner
1. Januar 2000
Einwohner
1. Januar 2013
Einwohner
SkedsmoAkershus38.70150.644
SkienTelemark49.59253.060
BodøNordland41.36749.141
ÅlesundMøre og Romsdal38.85545.031
LarvikVestfold40.38643.251
TønsbergVestfold34.71641.237
ArendalAust-Agder39.44643.353
KarmøyRogaland36.97141.165
LørenskogAkershus29.50534.245
HaugesundRogaland30.36235.732
PorsgrunnTelemark32.89235.432
RingsakerHedmark31.62233.450
MossØstfold28.17231.009

Bevölkerung

Demografie

Das Median-Alter in Norwegen betrug 2016 39,1 Jahre. Auf 1000 Einwohner kamen im selben Jahr 12,2 Geburten und 8,1 Todesfälle. Die Bevölkerung wuchs mit knapp 1 % pro Jahr. Die Fertilitätsrate lag bei 1,86 Kinder pro Frau.

JahrEinwohnerzahl
19503.265.000
19603.583.000
19703.876.000
19804.086.000
19904.247.000
20004.499.000
20104.886.000
20165.305.000

Sprachen

Norwegisch ist eine nordgermanische Sprache, z. T. stark geprägt vom Mittelniederdeutschen. Die Schriftsprache teilt sich in zwei Varietäten: Etwa 85–90 % der Einheimischen schreiben eine als Bokmål (wörtlich: „Buchsprache“) oder Riksmål („Reichssprache“) bezeichnete Sprachform, die als von ostnorwegischen Mundarten beeinflusste Variante des Dänischen anzusehen ist. Etwa 10–15 % schreiben hingegen Nynorsk („Neunorwegisch“). Dies…

Text entnommen ausWikipedia - Norwegen unter demCC-BY-SA-3.0 auf29 September 2019

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